Gesamtschule Osterfeld

Schule kultureller Vielfalt
 

Jüdischer Zeitzeuge Sally Perel zu Gast an der GSO

  

Am Montag, den 21.05.2017 fand in unserer Aula der Vortrag des jüdischen Zeitzeugen Salomon „Sally“ Perel für die Jahrgänge 9 und EF statt. Er sprach sehr eindrucksvoll über seine dramatischen Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg und nahm uns mit auf eine Reise, die 1925 in Peine bei Braunschweig begann. Dort führte Herr Perel bis zu seinem achten Lebensjahr ein unbeschwertes Leben in Deutschland. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war seine Familie gezwungen in die polnische Stadt Lodz zu fliehen. Als Polen auch von Deutschland angegriffen wurde und 300.000 Juden ins Ghetto umziehen mussten, beschlossen Sallys Eltern ihn und seinen Bruder nach Russland zu schicken, in der Hoffnung ihnen das Leben zu retten. Besonders berührten uns die letzten Worte der Mutter „Lauf mein Junge, du musst leben“, bevor die beiden Jungen ihre Reise antraten.

Auf der Reise verloren sich die Geschwister und Sally kam in ein Waisenhaus. Doch als das russische Dorf auch hier von der deutschen Wehrmacht eingenommen wurde, erlebte Sally unvorstellbarer Weise, dass die Menschen in Juden und Nicht-Juden eingeteilt wurden. Besonders bewegend empfanden wir Sallys Gedanken bei der Kontrolle an seine Familie. Sein Vater sagte ihm damals, dass er niemals leugnen dürfe Jude zu sein, da dies als Sünde zu verstehen sei. Seine Mutter hingegen beschwor ihn am Leben zu bleiben, weswegen er entschied seine jüdischen Wurzeln zu verleugnen und sich als „Volksdeutscher“ auszugeben. Daraufhin wurde Sally paradoxerweise von einem deutschen Hauptmann adoptiert und der Hitlerjugend zugeführt.

Wir wollen in diesem Bericht unsere Dankbarkeit ausdrücken, dass Herr Perel in seinem hohen Alter vor uns seinen Vortrag hielt, damit wir gegen das Vergessen von schrecklichen Gräueltaten im Dritten Reich ankämpfen, um die Wichtigkeit zu unterstreichen, dass solche schrecklichen Taten nie wieder passieren dürfen. Oder um es mit den Worten von Herrn Perel zu formulieren: „Hast du einen Mensch gerettet, so hast du die ganze Welt gerettet.“

(Ein Schülerbericht von von Karina Pitters und Melissa Köhler aus der 9g)